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Literaturcafé in der Aula

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Die Literaturkurse der Q1 luden am Donnerstag, dem 19. Januar 2017, zum Literaturcafé in die Aula ein und stellten dabei ihr Halbjahresprojekt vor! Während des ersten Schulhalbjahres hatten sich die Kurse jeweils ein eigenes Thema ausgesucht („Zeit“ und „Traum“), mit dem sie sich beschäftigten, und dazu fleißig Texte ganz unterschiedlicher Gattungen verfasst und eingeübt. In der thematisch dekorierten Aula wurden diese Texte jetzt Eltern, Freunden, Mitschülern und Lehrern präsentiert, die sich beeindruckt von den Ideen und der Schreibkunst der Schüler zeigten.

Diejenigen, die diesen Abend verpasst haben, können hier noch einen kleinen Eindruck gewinnen. 

Text 1 (Thema Zeit)

Lohnt es sich zu kämpfen? (Lara Behr)

Egal was für ein Mensch du bist,

ob Mann ob Frau, jung oder alt

Es gibt zu jeder Zeit etwas, das dir wichtig ist

So ist das Leben halt

Der eine kämpft um Macht und Ruhm

Nichts anderes scheint ihm wichtig

Er würde alles dafür tun

Selbst wenn dies oft nicht richtig

Dem nächsten liegt vor allem am Herz

Seiner liebsten Menschen Glück

Sein ganzer Körper voller Schmerz

Sind sie entfernt, selbst nur ein Stück

Ich lasse jeden gerne kämpfen

Für seinen ganz persönlichen Traum

Scheint er nah, kann er die Schmerzen dämpfen

Dieser Suche, durch Zeit und Raum

Ich weiß, dass sie vergeblich suchen

Den Sinn des Lebens in dieser Welt

Denn was auch immer sie versuchen

Ich erahne schon, dass es vor ihren Augen zerfällt

Scheint uns auch jetzt noch die Zeit

So unendlich und so weit

Morgen schon kann alles vorbei sein

Unser Zeitraum auf dieser Welt ist doch so klein.

Text 2 (Thema Zeit)

Zeitverschwendung (anonym)

„Wo und wann bin ich?“, frag ich mich

Kontrolliere ich die Zeit oder sie mich?

Wenn ich nach Antworten suche, verliere ich.

Zeitverschwendung, du kriegst mich nicht!

Auf der Jagd nach Zeit find ich kein Glück

Was soll ich mit meinem Leben?

Ich gehe besser zurück,

Doch es klappt nicht, sie spielt verrückt.

So frag ich mich: „Wer jagt wen?“

Sie ist nichts Festes, doch wir seh’n,

Wer sich mit der Zeit anlegt,

Endet als zeitlose Leiche, die sich nicht mehr regt.

Um Zeit zu sparen, brauche ich erst diese,

Doch ehrlich gesagt, ich und Zeit bedeutet Krise.

So gewinnt sie dauernd die Oberhand

Und ich leb vollkommen am Identitätsrand.

Du, Zeit, kontrollierst mich,

Und ich nicht dich.

Wo und wann bin ich?

Das weiß ich nicht,

Zeitverschwendung hat mich.

Text 1 (Thema Traum)

Von Byan Al-Samahin

Menschlichkeit

Was ist das für ‘ne Welt, in der wir leben?

Gibt es noch was Gutes, wonach wir streben?

Fast 8 Milliarden Menschen, doch es fehlt an Menschlichkeit

Mit den Menschen aus den Träumen, nirgendwo eine Ähnlichkeit.

Leben oder leben lassen, das ist hier die Frage

Setz dich hin und höre zu, was ich dir nun sage:

Ich träum von einer Welt ohne Armut und Krieg

Kinder sind gestorben und die ganze Welt schwieg.

Ich sehe Großmächte, die sich nicht einig werden;

Männer, Frauen und Kinder müssen dafür sterben.

Die Träne in meinem Auge fließt für die Vergangenheit

Wie gern würd‘ ich träumen und schweben in Unendlichkeit.

Ich träum von einer Welt, die frei von Rassismus ist,

schwarz und weiß, Moslem, Jude und Christ,

dick und dünn, arm und reich

Mensch ist Mensch, ein jeder ist gleich.

Millionen Menschen sterben jährlich an Malaria

Du meckerst rum, im Laden gibt’s kein Kaviar.

Die Welt ist nur noch ein Fass aus Leiden und Sorgen;

Keiner weiß, wie’s zu Ende geht und wie’s aussieht am Morgen.

Was ist das für ‘ne Welt, in der wir leben?

Gibt es noch was Gutes, wonach wir streben?

Fast 8 Millionen Menschen, doch es fehlt an Menschlichkeit

Mit den Menschen aus Träumen, nirgendwo eine Ähnlichkeit.

Text 2 (Thema Traum)

Von Lea Sommer

Träumen verboten

Okay. Also da gibt es Regeln, an die ich mich halten muss und Gesetze, die ich befolgen soll.

Eine Religion zum praktizieren und Eltern, die einem was vorschreiben.

Statistiken, die beschreiben, wann man was zu tun hat und Zeitschriften, die einem sagen, wie man auszusehen hat.

Hab ich noch was vergessen? Achso, natürlich, es ist das Träumen und selbstständige Denken verboten. Ich meine, alle und alles denkt ja schon für dich und Träume haben keinen Sinn, denn du musst ja der Masse folgen. Du darfst ja nicht auffallen. Immer der Durchschnitt. Nicht mehr und bloß nicht weniger.

Du sitzt im Bus, ein Kind lacht.

Sofort wird es blöd angemacht.

Die Mutter packt es und sagt: „Sei still!“

Regel Nummer eins: „Hier macht man nicht, was man will.“

Träumen verboten.

Traumberuf: Arzt; ein guter Schnitt muss her.

Kein guter Schnitt, sie zieh’n dich aus dem Verkehr.

Aus der Traum. Vielleicht wärst du der Beste gewesen.

Naja. Herzlich Willkommen im deutschen Rechtswesen:

Paragraph Vierzehn, Absatz drei:

Kein 1,0 und du bist nicht dabei.

Träumen verboten.

Insgesamt Zehn Gebote, an die du dich halten musst.

Hier gibt es kein „ich hab‘ keine Lust.“

Glaubst an den Himmel und das jüngste Gericht.

Du kommst in die Hölle, tust du es nicht.

Träumen verboten.

„Falte die Wäsche und räum dein Zimmer auf.

Tu es jetzt, ich verlasse mich drauf!“

Wer hat es denn noch nicht gehört?

Tust du’s nicht, ist das Vertrauen zerstört.

Also tut man es, weil man das ja so macht.

Träumen verboten.

Mit durchschnittlich sechs Jahren in die Schule

Die ersten Tests, Projekte und Module

Mit achtzehn dann das Abitur

Ich hoffe, bestanden mit Bravour.

Denn ohne Abschluss, kein Beruf.

Deine Zukunft gerät in Verruf.

Mit 30,9 Jahren wird dann geheiratet.

Mit 31,4 Jahren das erste Kind erwartet.

Zum Glück gibt’s Statistiken. Dann hat man nen Plan.

Wer träumt, hat sich in der Gesellschaft vertan.

Träumen verboten.

Neunzig-Sechzig-Neunzig

Das machst du in der „Brit“ ausfindig.

Jetzt weiß ich, wie ich auszusehen habe.

Und die neue Farbe meiner Haare.

Gut, dass ich das nachlesen kann.

Sonst hätt‘ ich meinen eignen Stil entwickelt und dann?

Dann hätte ich gedacht. Dann hätte ich geträumt.

Und das realistisch sein versäumt.

Träumen verboten.

Das alles will die Gesellschaft, aber was will denn mein Herz? Was ist, wenn ich anders bin? Wenn ich das alles nicht will? Denn ich weiß, ein Leben ohne Träume steht still. Wenn ich träumen will und träumen muss, um zu erleben, was leben bedeutet. Denn Träume sind da, um dir zu zeigen, wie du leben sollst, wenn es kein anderer kann. Träumen bedeutet leben.

Doch natürlich will ich auch was Festes, was Greifbares, was Echtes.

Ich will Realität und Traum zugleich und versuche zu verstehen, wie das möglich ist.

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